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Demokratie, Politik & Recht · Schaubildreihe

Ohnmacht und Wirksamkeit – Einfache Sprache

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Viele Menschen erleben große Krisen. Dazu gehören der Klimawandel, Kriege und wirtschaftliche Sorgen. Auch neue Technik kann Angst machen. Die Probleme wirken oft so groß, dass einzelne Menschen denken: Ich kann sowieso nichts ändern. Dieses Gefühl ist verständlich. Es kann aber dazu führen, dass Menschen gar nicht mehr handeln. Dann nutzen sie auch Möglichkeiten nicht, die sie wirklich haben. Die Reihe zeigt einen möglichen Ausweg. Kleine Schritte lösen große Probleme nicht allein. Aber ein erreichbares Ziel kann Mut machen. Wenn Menschen gemeinsam handeln und Ergebnisse sehen, erleben sie: Wir können etwas bewirken. Politik und Behörden müssen Beteiligung deshalb ernst nehmen und erklären, was aus Vorschlägen geworden ist. Wichtig: Wer sich machtlos fühlt, wählt nicht automatisch eine bestimmte Partei. Die Reihe beschreibt ein Risiko, kein festes Gesetz.

Schaubild 1 der Reihe „Ohnmacht und Wirksamkeit – Einfache Sprache“
Erklärung zu Bild 1
Große Krisen können einen Menschen überfordern. Der eigene Beitrag wirkt dann sehr klein. Trotzdem kann ein erreichbarer erster Schritt wichtig sein. Er zeigt: Ich bin nicht völlig machtlos.

Niemand kann eine Weltkrise allein lösen. Die entscheidende Frage ist deshalb: Was kann ich gemeinsam mit anderen tun? Aus vielen kleinen Beiträgen kann gemeinsames Handeln entstehen.

Quelle: Schmitt und Schnabel, DIE ZEIT Nr. 40/2026.
Schaubild 2 der Reihe „Ohnmacht und Wirksamkeit – Einfache Sprache“
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Ein Problem wirkt riesig. Deshalb denkt ein Mensch: Mein Handeln bringt nichts. Er tut am Ende gar nichts mehr. Sogar kleine, echte Möglichkeiten bleiben ungenutzt. Diesen Ablauf nennt die Reihe Ohnmachtsfalle.

Das bedeutet nicht, dass alle Probleme nur im Kopf entstehen. Es gibt echte Grenzen, ungerechte Machtverhältnisse und politische Hindernisse. Trotzdem kann es helfen, den nächsten machbaren Schritt zu suchen.

Quellen: Schmitt und Schnabel 2026; Robert Peters 2025.
Schaubild 3 der Reihe „Ohnmacht und Wirksamkeit – Einfache Sprache“
Erklärung zu Bild 3
In einem Versuch ging es um 1.500 Menschen, die gerettet werden konnten. Einmal waren insgesamt 5.000 Menschen bedroht. Ein anderes Mal waren es 10.000. In beiden Fällen konnten gleich viele Menschen gerettet werden.

Trotzdem erschien die Hilfe vielen Menschen im ersten Fall wichtiger. Der Anteil war dort größer. Das zeigt: Bei sehr großen Problemen unterschätzen Menschen manchmal den Wert eines konkreten Beitrags.

Quelle: Fetherstonhaugh, Slovic, Johnson und Friedrich 1997.
Schaubild 4 der Reihe „Ohnmacht und Wirksamkeit – Einfache Sprache“
Erklärung zu Bild 4
Die Forschung nennt das Gefühl ohne politischen Einfluss „politische Deprivation“. Gemeint ist: Ein Mensch glaubt, dass die Politik ihn nicht hört und sein Einsatz nichts bringt.

2024 sagten 71,7 Prozent: Menschen wie ich haben keinen Einfluss auf das Handeln der Regierung. 63,7 Prozent hielten politisches Engagement für sinnlos. Die Zahlen beschreiben Meinungen der Befragten. Sie beweisen nicht, dass niemand Einfluss haben kann.

Quelle: Leipziger Autoritarismus Studie 2024.
Schaubild 5 der Reihe „Ohnmacht und Wirksamkeit – Einfache Sprache“
Erklärung zu Bild 5
In einer internationalen Befragung glaubten 68 Prozent: Wahlen beeinflussen politische Entscheidungen. Aber nur 31 Prozent fühlten sich vom politischen System gehört.

Wählen bleibt wichtig. Viele Menschen wünschen sich aber zusätzliche Möglichkeiten zum Mitreden. Sie wollen auch zwischen den Wahlen erleben, dass ihre Meinung ernst genommen wird.

Quelle: OECD-Vertrauensstudie 2026.
Schaubild 6 der Reihe „Ohnmacht und Wirksamkeit – Einfache Sprache“
Erklärung zu Bild 6
Viele Menschen wünschen sich Politikerinnen und Politiker, die klar und schnell handeln. Gleichzeitig wünschen sich sehr viele Menschen mehr Beteiligung. Das muss kein Widerspruch sein.

Gute Politik kann Entscheidungen treffen und trotzdem zuhören. Wichtig sind klare Regeln: Wann dürfen Bürger mitreden? Was können sie beeinflussen? Wer trifft am Ende die Entscheidung?

Quelle: Körber-Stiftung 2024.
Schaubild 7 der Reihe „Ohnmacht und Wirksamkeit – Einfache Sprache“
Erklärung zu Bild 7
Eine Gruppe kann Menschen Kraft geben. Sie erleben dann: Gemeinsam können wir etwas schaffen. Die Forschung nennt das „kollektive Wirksamkeit“.

Doch ein starkes Wir ist nicht automatisch demokratisch. Eine Gruppe kann andere Menschen ausschließen oder abwerten. Eine demokratische Gemeinschaft bleibt offen. Sie achtet gleiche Rechte und erlaubt verschiedene Meinungen.

Quellen: Albert Bandura 2000; Matthias Quent 2026.
Schaubild 8 der Reihe „Ohnmacht und Wirksamkeit – Einfache Sprache“
Erklärung zu Bild 8
Wer eine machbare Aufgabe selbst löst, traut sich danach oft mehr zu. Kleine Erfolge können Mut und Ausdauer stärken. Die Forschung nennt diesen Glauben an die eigene Fähigkeit „Selbstwirksamkeit“.

Auch gute Beispiele anderer Menschen können helfen. Eine eigene Erfolgserfahrung wirkt aber oft stärker. Deshalb sollten große Aufgaben in erreichbare Schritte geteilt werden.

Quelle: Bandura, Adams und Beyer 1977.
Schaubild 9 der Reihe „Ohnmacht und Wirksamkeit – Einfache Sprache“
Erklärung zu Bild 9
Beteiligung hilft nur, wenn Vorschläge ernst genommen werden. Die Menschen müssen wissen, was mit ihren Ideen geschieht. Sie brauchen eine verständliche Rückmeldung.

Ein Beispiel sind kommunale Entwicklungsbeiräte. Dort beraten Menschen aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Vereinen gemeinsam über eine konkrete Aufgabe in ihrer Stadt. Dieses Verfahren kann helfen. Es ist aber keine Lösung für jedes Problem.

Quellen: OECD 2026; Berlin Governance Platform 2026.
Schaubild 10 der Reihe „Ohnmacht und Wirksamkeit – Einfache Sprache“
Erklärung zu Bild 10
Kleine Schritte ersetzen keine Gesetze, keine öffentlichen Investitionen und keine großen Reformen. Sie können aber ein Anfang sein.

Politisch wichtig werden kleine Schritte, wenn Menschen gemeinsam handeln. Ziele und Ergebnisse müssen sichtbar sein. Außerdem braucht es eine Verbindung zu Entscheidungen, Geld und verantwortlichen Stellen. So kann aus einem kleinen Erfolg eine größere Veränderung entstehen.

Quellen: Bandura 2000; OECD 2026; Schmitt und Schnabel 2026.

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